Schiedsrichterkonzept

Projekt "Jugend pfeift Jugend" eingestellt

Jugend pfeift Jugend2

Im Herbst 2018 mussten wir schweren Herzens unser Projekt "Jugend pfeift Jugend" einstellen, weil sich nicht mehr genügend Freiwillige gefunden haben, die weiterhin die Spiele der C-, D- und E-Jugendlichen pfeifen wollten.

Die 8 Jahre, in denen das Projekt im TSV Bösingfeld lief, waren sowohl von Höhen als auch von Tiefen gekennzeichnet. Insgesamt bildeten wir in diesem Zeitraum 45 Jugendliche zu vereinsinternen Jugendschiedsrichtern aus. Viele der Jugendlichen hatten sichtlich Spaß an der Sache und haben auch sehr viele Spiele in unserem Jugendbereich gepfiffen. Andere wiederum sind bereits nach wenigen Spielen zu der Entscheidung gelangt, dass das Schiri-Dasein wohl doch nicht das richtige ist. Aber es war immer schön zu sehen, dass wir Jugendliche finden konnten, die das Pfeifen wenigstens ausprobieren wollten.

In den acht Jahren haben unsere Jugendschiedsrichter unzählige Jugendspiele geleitet und dadurch die Trainer immens entlastet. Denn durch das "Jugend pfeift Jugend"-Projekt haben sich die Schiedsrichterwarte darum gekümmert, dass bei jedem Jugendspiel auch ein Schiedsrichter in der Halle stand.

Ein anderes Ziel, dass wir mit dem Projekt "Jugend pfeift Jugend" erreichen wollten, haben wir leider nicht realisieren können. Wir hofften, dass wir durch das Heranführen der Jugendlichen ans Pfeifen mit der Zeit auch mehr "echte" Schiedsrichter für den Spielbetrieb des Handballkreises stellen könnten. Leider haben wir von den 45 Jugendlichen, die wir insgesamt durch das Projekt begleitet haben, nur drei davon überzeugen können, sich im Erwachsenenalter vom Handballkreis zu Schiedsrichtern ausbilden zu lassen.

Der TSV Bösingfeld bedankt sich bei allen, die in den vergangenen Jahren das Projekt "Jugend pfeift Jugend" unterstützt haben. Unter anderem zählten die Ausbilder, die Ansetzer und natürlich die pfeifenden Jugendlichen zu den wichtigen Stützpfeilern dieses Projektes.

Schiedsrichterkonzept

Da der TSV Bösingfeld mit der enorm wachsenden Anzahl an handballspielenden Kindern und der somit steigenden Anzahl an Mannschaften besonders im unteren Jugendbereich immer mehr Spiele durch vereinseigene Schiedsrichter pfeifen lassen muss (die Spiele der E- und D-Jugenden sowie der C-Jugend-Kreisklasse werden wegen Schiedsrichtermangels im Handballkreis Lippe nicht mit neutralen Schiedsrichtern besetzt), haben die Jugendwarte der Handballabteilung gemeinsam mit den Schiedsrichterwarten das vereinsinterne Jugendschiedsrichterkonzept „Jugend pfeift Jugend" entwickelt.

Juergen EwersDie beiden Schiedsrichterwarte Jürgen Ewers und Sebastian Rose koordinieren das im Sommer 2010 ins Leben gerufene Projekt. Sie setzen die Jugendschiedsrichter für die zu leitenden Spiele an und betreuen diese hierbei. Bei der Betreuung und Ausbildung der Jugendsschiedsrichter werden die beiden von den beiden Jugendschiedsrichter-Betreuern Timon Döring und Paul Heitkamp unterstützt.

Die ca. vierteljährlich stattfindenden internen Fortbildungen werden ebenfalls von den vieren geleitet.

Ziel des Konzepts „Jugend pfeift Jugend" ist es, die Jugendlichen behutsam an die Schiedsrichtertätigkeit heranzuführen und dadurch langfristig eine Verbesserung der Schiedsrichtersituation im Verein und dadurch auch im Handballkreis Lippe zu erreichen.

Zusätzlich sollen die Jugendlichen durch die Schiedsrichtertätigkeit in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden. Insbesondere folgende soziale Fähigkeiten (SoftSkills) werden hierbei geschult und weiterentwickelt:

  • Kooperationsbereitschaft und TeamfähigkeitJugend pfeift Jugend2
  • Konfliktfähigkeit und Findung von Konfliktlösungsmöglichkeiten
  • Fairness und Toleranz
  • Selbstwertgefühl
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Verantwortungsbereitschaft
  • Fähigkeit zur Ausübung von Kritik und Selbstkritik 

In der heutigen Arbeitswelt und bei der Bewerbung um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sind diese SoftSkills von immer größerer Bedeutung. Personalverantwortliche bewerten persönliches Engagement beispielsweise im Schiedsrichterbereich als äußerst positiv.
Auf Wunsch stellt der Verein den Jugendschiedsrichtern gerne Bescheinigungen über die Schiedsrichtertätigkeit und die damit verbundenen SoftSkills aus.

Im Sommer 2016 wurden sieben neue Jugendschiedsrichter in einem zweitägigen Lehrgang ausgebildet.

Die Eckpfeiler des mit dem Handballkreis Lippe abgestimmten Konzepts „Jugend pfeift Jugend" sind:

  • Jugendliche der Bösingfelder Handball-Jugendabteilung pfeifen die Heimspiele der jüngeren Jugendmannschaften des TSV Bösingfeld, für die vom Handballkreis keine offiziellen Schiedsrichter angesetzt werden.
  • Der Altersabstand zwischen den Jugendschiedsrichtern und den Spielern sollte möglichst mindestens vier Jahre betragen:
    - C-Jugendliche pfeifen E-Jugendspiele
    - B-Jugendliche pfeifen D-Jugendspiele (ggf. auch E-Jugendspiele)
    - A-Jugendliche pfeifen C-Jugendspiele (ggf. auch E- und D-Jugendspiele)
  • Alle Jugendschiedsrichter nehmen an einer zweitägigen vereinsinternen Ausbildung teil. Etwa vierteljährlich finden Fortbildungen zur Auffrischung des Wissens und Klärung von aufgetretenen Problemen statt.
  • Die Jugendschiedsrichter werden während der Spiele von einem der Vereinsschiedsrichterwarte oder einem Jugendschiedsrichter-Betreuer betreut, so dass Fragen und Probleme direkt in der Halle geklärt werden können.
  • Zusätzlich zum Erwerb der SoftSkills können sich die Jugendschiedsrichter mit der Schiedsrichtertätigkeit ihr Taschengeld aufbessern. Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu unterstützen, ist die Entlohnung in drei Stufen gestaffelt.

Der Vorstand der Handballabteilung ist sich sicher, mit dem Jugendschiedsrichterkonzept „Jugend pfeift Jugend" einerseits eine aktive Persönlichkeitsförderung zu betreiben und andererseits eine nachhaltige Verbesserung der Schiedsrichtersituation im Verein und dem Handballkreis Lippe für die Zukunft herbeizuführen. Wir hoffen, dass viele der als interne Schiedsrichter tätigen Jugendlichen nach einigen Jahren auch den Sprung zum Vollschiedsrichter im Handballkreis wagen und sich das Schiedsrichterimage dauerhaft verbessert.

Wir appellieren an alle Spieler, Trainer und Zuschauer, diesem Projekt eine Chance zu geben, indem die jugendlichen Nachwuchsschiedsrichter akzeptiert anstatt für kleine Fehler angegriffen werden. Jeder fängt einmal klein an und braucht Gelegenheiten, sich zu erproben. Sparen Sie nicht mit Lob den Jugendlichen gegenüber, geben Sie der Jugend eine Chance!