Endlich war es so weit. Nach langer Vorbereitung kam es, aufgrund einer Spielverlegung am ersten Spieltag, erst am zweiten Spieltag zum Saisonauftakt für unsere 1. Herren. Statt eines Heimspiels gegen Bünde zum Auftakt hieß es nun: Gastspiel in Bad Oeynhausen. In der vergangenen Saison konnten beide Mannschaften ihr jeweiliges Heimspiel denkbar knapp gewinnen und auch in der Abschlusstabelle trennten beide Teams nur wenige Punkte. Allen Beteiligten war daher klar, dass es eine enge Kiste werden würde.
Der Morgen des ersten Spieltags begann allerdings direkt mit einer negativen Nachricht. Nico Korbach musste krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Mit einem aufgrund von Verletzungen, Krankheit und Urlaub ohnehin dezimierten Kader ging es nach Bad Oeynhausen. Der Matchplan war klar: einfache Tore durch Ballgewinne in der Abwehr erzielen und dadurch möglichst viele Kräfte sparen. Leider ging dieser Plan zunächst überhaupt nicht auf. Es brauchte einige Minuten, bis sich die Mannschaft wieder an den Wettkampfmodus gewöhnt hatte. Erst in der 7. Minute konnte der TSV erstmals etwas Zählbares auf die Anzeigetafel bringen und auf 3:1 verkürzen. Nach dem zwischenzeitlichen Comeback und dem Ausgleich in der 12. Minute zogen die Gastgeber erneut davon und stellten in der 23. Minute auf 10:6. Obwohl Bösingfeld in der ersten Hälfte bereits fünf Zeitstrafen und damit vier mehr als der Gegner kassierte und für über eine Minute sogar in doppelter Unterzahl agieren musste, gelang mit Ablauf der Uhr noch der 13:12-Anschlusstreffer. Hannes Heitkamp versenkte einen perfekt platzierten Distanzwurf und sorgte dafür, dass es mit nur einem Tor Rückstand in die Pause ging. Die offensive Durchschlagskraft fehlte der Mannschaft bis dahin dennoch. Dass die Halbzeitführung der Bad Oeynhausener nicht höher ausfiel, war vor allem Lars Lüdorff im Bösingfelder Kasten zu verdanken, der mit einigen teils spektakulären Paraden zur Stelle war.
Doch auch in Hälfte zwei erwischten die Gastgeber den besseren Start und konnten in der 36. Minute erstmals auf fünf Tore davonziehen (18:13). Zusätzlich verletzte sich Ben Germer zu Beginn des zweiten Abschnitts und konnte im weiteren Verlauf der Partie nicht mehr mitwirken. In dieser Phase wusste unsere Mannschaft dem Gegner zunächst wenig entgegenzusetzen. Nach einer Dreiviertelstunde musste der TSV beim Stand von 25:18 den höchsten Rückstand der Partie hinnehmen. Doch die letzten 15 Minuten sollten den Männern aus Bösingfeld gehören. Mittlerweile stand ein gut aufgelegter Hannes Teubner zwischen den Pfosten und konnte einige Bälle entschärfen. Gleichzeitig fand auch die Bösingfelder Deckung endlich den nötigen Zugriff und stellte den gegnerischen Angriff vor deutlich größere Probleme. Spoiler: In der gesamten letzten Viertelstunde sollten den Gastgebern nur noch zwei eigene Treffer gelingen und der bereits sicher geglaubte Sieg geriet noch einmal gehörig ins Wanken. Im Angriff stellte der TSV zunächst auf zwei Kreisläufer und später zusätzlich auf das Spiel im Sieben-gegen-Sechs um. Dadurch entstanden deutlich mehr und vor allem bessere Möglichkeiten. Auch eine Umstellung in der Bösingfelder Defensive zwang die Gastgeber immer häufiger zu Fehlern.
50 Sekunden vor Schluss war es dann tatsächlich geschafft: Bösingfeld stellte auf 26:26 und plötzlich lebte nicht nur die Hoffnung auf einen Punkt, sondern sogar der Traum vom Auswärtssieg wieder. 23 Sekunden vor dem Ende entschieden die beiden Schiedsrichter jedoch auf Siebenmeter für den HCE und zusätzlich auf eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen Bösingfeld. Hannes Teubner gewann zwar das Duell vom Siebenmeterstrich, doch der abgewehrte Ball landete im Seitenaus. Nach dem schnellen Einwurf kamen die Gastgeber schließlich nach fast zehn torlosen Minuten wieder zum Torerfolg und erzielten das 27:26. Mit viel Tempo konnte der TSV noch einen letzten Angriff aufziehen. Am Ende reichte die verbleibende Zeit jedoch nicht mehr aus, um den Ball gefährlich auf das gegnerische Tor zu bringen. Damit war die denkbar knappe Niederlage zum Saisonauftakt besiegelt.
Am Ende steht die Mannschaft mit leeren Händen da, verdient sich für ihren Auftritt aber großen Respekt. Mit einem stark dezimierten Kader und insgesamt zwölf Minuten mehr in Unterzahl, wobei sich über die eine oder andere Entscheidung sicherlich streiten lässt, kämpfte die Mannschaft bis zum Umfallen und spielte eine unglaublich starke letzte Viertelstunde. Darauf lässt sich für die kommenden Aufgaben aufbauen.
Für den TSV:
Lars Lüdorff (TW), Hannes Teubner (TW), Lukas Hoppenberg (3), Hannes Heitkamp (7, 2/2), Jakob Meier (4), Ben Germer, Nils Schnare (4), Vitali Wolkow (1), Timo Schnare (3), Lukas Ebbers (3), Sam Overbeck (1)